Kein Geheimnis, keine Ausreden
Also wirklich schlank war ich ja schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr. Und mir braucht auch keiner vorzubeten, was die Gründe dafür sind. Ich weiß das selbst. Ich brauche auch keine Abnehm-Propheten, Sport-Gurus oder was auch immer.
Ich möchte einfach meinen Frust über meine oft eintretende Maßlosigkeit beim Essen mitteilen, an der ich zu 99 % selbst schuld bin. Naja. Die Lebensmittelindustrie und ich.
Ich war mal sehr schlank. Das ist aber, wie oben schon erwähnt, wirklich lange her, und es gibt auch nur noch ein einziges Foto davon. Nach diesem Foto, das 2010 gemacht wurde, ging es eigentlich nur noch bergab. Bergauf – würden alle Waagen dieser Welt wohl sagen.
Ich habe schon oft wachgelegen und überlegt: „Warum?“ Und so dumm es auch klingen mag, ist die erste Antwort immer: „Weil es schmeckt!“
Ich werde hier auch keine Debatte über Inhaltsstoffe und die Lebensmittelindustrie starten, auch wenn sie mit daran schuld sind, dass es schmeckt. Oder Menschen, die einfach gut kochen können. Es ist, wie es ist.
Und ich bin der Meinung, dass wir ohne diese ganzen Zusatz- bzw. genauer Ersatzstoffe vermutlich nicht einmal mehr 50 % der Menschheit ernähren könnten. Aber ich schweife ab.
Essen als Sucht
Durch meine Neurodivergenzen habe ich generell einen Hang zur Sucht. Und dazu gehört auch das Essen. Da kenne ich tatsächlich beide Extreme.
Wenn es mir schlecht geht, fresse ich entweder alles, was mir in die Finger kommt, oder ich vergesse das Essen komplett, weil ich mich in Dinge und Projekte stürze, die mich von meinen Depressionen ablenken. So war es auch, während ich das neue Blogdesign und -Konzept aufgebaut habe.
Körperbild und Kontrollverlust
Manchmal sehe ich an mir herunter und denke: „Kann man das abschneiden?“ Nicht, weil ich mich physisch unwohl fühle. Eigentlich fühle ich mich „wohl“, so wie ich bin. Und dennoch stört es mich tief im Inneren.
Vor allem, wenn Menschen Andeutungen zu meinem Bauch machen, zum Beispiel.
Aber noch mehr stört mich, dass ich mich so schlecht beherrschen kann. Tafel Schokolade geöffnet? Die muss leer werden. Erdnussflips? Morgen zu trocken, also weg damit. Leckeres Essen? Ach, eine dritte Portion geht noch.
Es ist wie ein inneres schwarzes Loch, das ständig „Mehr. MEHR.“ schreit.
Manchmal bin ich da wie ein Kirby, der ein Festmahl sieht und alles in fünf Sekunden vernichtet.
Am Ende stellt sich die Frage, was ich dagegen tun kann.
Kleine Schritte, keine Wunder
Im Internet sehe ich viele Menschen, die Sport machen oder vegetarisch oder sogar vegan leben. Und selbst bei denen habe ich oft den Eindruck, dass die Anstrengungen umsonst sind. Und nein – das sind nicht immer Muskeln.
Ich habe ja schon darüber geschrieben, dass ich mehr Fahrrad fahren will. Ich weiß, dass das das Kernproblem nicht lösen wird. Und auch nicht merklich beim Abnehmen hilft.
Aber vielleicht steigert es Kondition und Selbstwertgefühl. Und vielleicht sorgt genau das dafür, dass ich mich etwas weniger schlecht fühle – und das extreme Fressen zumindest ein Stück weit eindämmt.
Gerry
1 Leuchten zu „Gula #1 – Fett. Fetter. Ich.“
Zucker, der Depressionsauslöser.
Viele leichte Depressionen werden durch den Konsum von zu viel Zucker ausgelöst, viele andere Depressionen dadurch begünstigt bzw verschlimmert. Zucker löst Glücksgefühle aus. Allerdings baut Zucker sich schnell wieder ab. Dadurch fühlen wir uns danach schlechter als zuvor. Da wir uns aber gut fühlen wollen, greifen wir zu mehr Zucker. Auf dauer löst das eine Sucht aus, aber das Glücksgefühl hält immer weniger an, weil wir mehr brauchen, da wir uns immer schneller schlechter und depressiver fühlen. Der Blutzuckerspiegel wird durch Essen generell beeinflusst, die Zunahme von stark zuckerhaltigen Speißen oder direkt Süßem ist natürlich der problematische Teil.
Wer sich mehr für das Thema interessiert: es gibt Studien, welche das Thema ausführlich behandeln.