Gerry 365 #198: 17.07. – CSD Bremen – Safe, Sane … what? #CSDBremen #MeinFetischIstToleranz #LegalizeAwooo

INFOBLOCK

Click here for english version

Heute gibt es in einer Wachperiode zwei Blogs. Warum? Weil es um ein wichtiges Thema geht und … es ist ein neuer Kalendertag. Also ist das legitim.

Wie ich schonmal erwähnte, bin ich gut vernetzt. Ich bekomme nicht alles mit, aber durchaus Dinge, die wichtig sind. Und heute, meine lieben Welpen, geht es um die Veranstalter und Organisatoren des Christopher Street Days in Bremen.
Herzlichen Glückwunsch: Ihr habt für mich den diesjährigen Preis für Diskriminierung, Ausschluss und haltlose Unterstellungen gewonnen. Worum es geht? Lest selbst!

»Keine Fetischdarstellung.

Wir wollen über die Probleme von queeren Menschen in der Gesellschaft aufklären.

Wir wollen nicht bewerten, wessen Probleme größer oder kleiner sind. Aber das Darstellen von Fetischen in der Öffentlichkeit finden wir nicht hilfreich, wenn wir bei der gleichen Demonstration und Kundgebung über Themen wie Asylrecht, Trans*Recht oder queere Krankenversorgung sprechen möchten. Gerade bei Fetischen, die für Zuschauende sexuell gelesen werden, stellt sich zusätzlich das Problem, dass das Publikum nicht einwilligen kann (fehlender Konsens im Sinne von Safe, sane, consensual).

Ganz zu schweigen davon, dass die Sexualisierung von Frauen* im Allgemeinen und Minderheiten im Besonderen problematisch genug ist.«

https://www.csd-bremen.org/2020/unsere-grundsaetze/

Dies ist eine neue Regel für die Teilnahme an dem CSD in Bremen. Und gerade bei den Bremer, und Umland, Petplayern stößt dies sauer auf. Aber ich möchte diesen Blog in vier Teile gliedern. Also fangen wir an:

1. Verständnis

Es ist nicht so, dass ich blauäugig (also im Sinne von naiv) wäre. Ich kann den Hintergrund in gewissen Punkten nachvollziehen. Mich hat es bei CSDs auch gestört, dass viele, die einen Fetisch haben, ACHTUNG: Jene, die keinen speziellen Fetisch haben, bilden hier allerdings keine Ausnahme, diesen in einer sexuellen Ausrichtung präsentieren. Teilweise sehr sexuell.
Das ist, gerade für viele Besucher, nicht unbedingt angenehm und für die Veranstaltung nicht von Vorteil. Es nimmt ein wenig den Fokus der Demo für den Betrachter hinaus. Aber mal ehrlich: Hat man euch ins Hirn geschissen?

2. Kritik

Was ist denn bitte in euren Köpfen falsch, dass ihr so einen Text schreibt? Könnt ihr mir das erklären? Ich brenne darauf, darauf eine Antwort zu erhalten. Nicht jeder queere Mensch ist Stino (Stinknormal. Kein spezieller Fetisch oder Ähnliches) und nicht jeder möchte sich als Stino präsentieren.
Gerade unter Petplayern gibt es viele, die an solch einer Veranstaltung nicht ohne Maske teilnehmen wollen. Z. B. weil sie noch nicht geoutet sind. Also ziehen sie ihre Wuffelmaske an. Oder halt was anderes. Je nachdem, in welche Richtung der Fetisch geht.

Weiter oben sagt ihr »Keine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (Diskriminierung)« und genau das tut ihr aber. Ihr schließt eine unheimlich große Gruppe an Menschen aus, die teilnehmen möchten. Aber nicht als etwas, was sie nicht repräsentiert.
Ihr schreibt auch, ihr wollt nicht Bewerten wessen Probleme größer oder kleiner sind. Doch ihr bewertet hier und das nicht zu knapp. Fetische, sei es nun Petplay, Lack, Leder, Latex oder whatever, sind ein fester Bestandteil der queeren Community.

Diese Regel hat nichts mit safe (schreibt man übrigens klein), sane, consensual zu tun. Nach so vielen CSDs in Deutschland und nach so vielen Jahren, wissen die meisten Besucher und Zuschauer, was dort zu sehen sein wird. Und trotz der Sexualisierung weniger bei CSDs, sind die Zuschauer nahezu immer begeistert. Egal wo.
Die Freiheit, unser Sexleben auszuleben, wie wir es möchten, gehört ebenfalls zu den Freiheiten, für die wir kämpfen müssten. Gerade schwule Fetischisten haben oft das Problem, dass sie herabgewürdigt werden. Sie sind schwul und haben keinen Blümchensex. Und ich bin mir sicher, dass es den anderen queeren Mitgliedern genauso gehen wird.

Und jetzt mal der Hammer: Was hat bitte die Sexualisierung von Frauen* (Ich suche auf der Seite übrigens die Aufklärung für das * hinter Frauen) mit dem Zeigen des eigenen Fetisches zu tun? Kann mir das einer erklären? Kann mir einer mit Menschenverstand aufzeigen, was z. B. mein Fetisch mit der Sexualisierung der Frau* zu tun hat? Ich bitte darum. Erlöst mich. Seid ihr nicht diejenigen, die mit solchen Aussagen die Sexualisierung der Frau noch fördert? Schonmal drüber nachgedacht?
Dieser Grundsatz / diese Vision wurde übrigens im November 2020 verfasst. Vermutlich ist man aufgrund der Anbahnung des CSDs darüber gestolpert. Und es gibt andere Wege …

3. Vorschläge

Wie unter »Verständnis« schon erklärt, kann ich es nachvollziehen, bis zu einem gewissen Grad. Statt aber den Fetisch zu verbieten, solltet ihr vielleicht eher über Verhaltensregeln nachdenken, die ich euch gerne in die Schnauze lege:

Keine explizite Nacktheit: Genitalien müssen während der gesamten Teilnahme bedeckt sein und bleiben. Das gilt für alle Geschlechter. Brüste sollten nicht dazu gehören. (Einwurf von Zino: #freethenipple)

Kein sexuelles Verhalten: Sexuelle Aktivitäten, Anspielungen, Andeutungen sollten nicht gestattet sein. Das ist eine Sache, die mir immer wieder auffällt. In den Büschen wird gesexelt oder auf der Straße wird angedeutet, dass man jemanden vögelt, oder jemanden was leckt oder lutscht.
Ach und WICHTIG: Auf allen vieren gehen oder an der Leine zu hängen gilt NICHT als sexueller Akt. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, sollte mal in seine Kindheit zurück gehen. Da haben wir auch Pony oder Haustier gespielt. Lasst die Kirche mal im Dorf Leute!

Keine sexualisierenden Plakate oder Botschaften: Ich denke, das erklärt sich von selbst.

Kämpft für Rechte, nicht für Partys und Sex: Spornt die Leute dazu an, Plakate zu dem Motto anzufertigen. Egal welcher Gruppe sie angehören. Und diese Banner und Plakate sollen Präsent sein.

Und Tada. Wir haben niemanden ausgeschlossen. Alle dürfen teilnehmen. Solange sie sich jugendfrei benehmen. Denn am Ende kämpfen wir alle für das Gleiche! Gleiche Rechte für alle. Ein besseres Leben für alle. Und ihr verschlechtert mit diesen Sätzen das Leben von vielen. Kommen wir aber nun zum letzten Punkt.

4. GEHT HIN!

Ich bin kein Fan davon Regeln zu brechen. Aber in diesem Fall bin ich dafür, dass alle interessierten Fetisch-Menschen, egal welchem Fetisch auch immer, am 28.08.2021 dem Bremer CSD beiwohnen. Und wenn ihr nicht mitlaufen dürft, lauft am Rand. Aber seid präsent. Zeigt, dass ihr genauso ein Recht habt, für die Rechte der queeren Community zu kämpfen, wie alle anderen auch.
Einmal im Jahr dürfen wir uns versammeln. Als Petplayer, Stofffetischisten, BDSMler und was auch immer. Und keiner sollte euch verbieten, das ausleben zu dürfen. Wichtig ist: bleibt jugendfrei, freundlich, respektvoll und keine Gewalt. Denn Gewalt bringt niemandem etwas.

Stay proud, stay positive, stay safe!

Gerry


9 Leuchten zu „Gerry 365 #198: 17.07. – CSD Bremen – Safe, Sane … what? #CSDBremen #MeinFetischIstToleranz #LegalizeAwooo“

  1. dogger4Hi liebster Gerry dogger4Luv

    Du hast alles gut auf den Punkt gebracht. Ich habe nichts hinzuzufügen.
    Frauen* oder Männer* schreibt man (die Aidshilfe z.b.) um cis-frauen, transfrauen etc. In ein Wort zu fassen. (Omg die werden im Sternchen nur mitgedacht… dogger4Hehe )

    LG

    Der Suri dogger4Comfy

    1. Dann schreib ich das entweder aus, oder sehe alle Frauen auch als Frauen. Egal ob Cis oder Trans. So einfach ist das. #TransmannIstMann #TransfrauIstFrau

      1. Hmmm eigentlich liegt das offensichtlich, dass das so sein sollte aber doch gibt es auch Personen die sich auch dann noch als Trans* bezeichnen. Das ist dann ihre Entscheidung und somit zu akzeptieren und das geht halt dann mit dem * ganz gut.

        1. Dann schreibt man Trans* 🙂 Aber Frauen* wirkt immer etwas seltsam auf mich. Für mich sind menschen, die sich als Frauen sehen, Frauen. Und wenn jemand selbst als Trans bezeichnet werden will, dann respektiere ich und schreib / sag das auch so. Aber das Sternchen hinter Mann und Frau könnte missverständlich rüberkommen.

      2. Sebastian Fricke

        Im großen und ganzen stimm ich dir zu Gerry. Allerdings ist die Deutung des Begriffes sexuelle Handlungen noch offen. Was sind dann sexuelle Handlungen? Reicht Händchen halten und küssen schon aus? Oder ist da wirklich der sexuelle Akt als solches damit gemeint? Dürfen dann noch Bananen gegessen werden? Diese Frage bleibt für mich offen, da sie quasi jeder einzelne ausfüllt. Ich kenne welche, wo Händchen halten schon ausreicht. Leider….

        1. Hey Sebastian. Schön dich hier zu lesen.
          Ich denke, dass man sich hier auf den gesunden Menschenverstand verlassen sollte. Und das ist das, was der CSD Bremen keinem Zutraut. Wer küssen, Knuddeln und Händchenhalten als sexuelle Handlung bezeichnet, nur weil dies von Schwulen / Lesben / Fetisch -Menschen praktiziert wird, hat bei uns nichts verloren.

          Für mich persönlich gilt als sexuelle Handlung, sobald es in den Intimbereich geht. Egal in welcher Form (Anfassen, Wichsen, sich besteigen, Oralverkehr und ähnliches). Und das gehört definitiv nicht auf eine Demo.

  2. Ohne Worte, da fällt einem nichts zu ein…

    Und dann Wundern die sich, wenn die Leute nicht mehr bei der Demo mit machen wollen.

    Aber wie du schon sagst, hingehen und halt am Rand Präsenz zeigen dogger4Butt

Die Kommentare sind geschlossen.

Nach oben scrollen

Informationen zur Barrierefreiheit

Einige Bilder auf dieser Website haben keinen Alt-Text. Diese Bilder stammen aus der Zeit vor 2026. Es handelt sich um über 1.500 Bilder. Eine nachträgliche Ergänzung der Alt-Texte für diese Bilder wird generell nicht erfolgen. Sie sind ausschließlich in Beiträgen enthalten, die als „vor 2026 veröffentlicht“ gekennzeichnet sind.

Alt-Texte sind leider nur in Deutsch verfügbar.

Folgende Informationen gelten nur für Inhalte die nach dem 31.12.2025 erstellt wurden:

Texte in Leichter Sprache sind an der DIN SPEC 33429 orientiert. Sie entsprechen jedoch nicht vollständig der Norm, da eine vollständige Umsetzung die Textlänge in einem Maß erhöhen würde, das die Verständlichkeit beeinträchtigt.

Die Sprache kann oben rechts auf der Website umgeschaltet werden.

Für blinde und sehbehinderte Menschen wurden die Titel in den Beitragsübersichten bewusst als Text belassen, oder sie wurden, zum Beispiel bei Symbolbildern, als Bildbeschriftung hinzugefügt, damit sie von Screenreadern ausgelesen werden können. Beitragsbilder werden nicht zusätzlich beschrieben, da der jeweilige Titel, der auch auf den Bildern enthalten ist, oberhalb, unterhalb oder neben dem Bild in Schriftform vorhanden ist.

Hinweise oder Vorschläge zur Barrierefreiheit bitte bitte über das Kontaktformular auf der Startseite.