Caritas #1 – Erfolgreiches Benefiz-Projekt

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Unerreichbare Bedürfnisse

Jeder kommt in seinem Leben an einen Punkt, an dem er Bedürfnisse hat, die er nicht erfüllen kann. Und die Gründe könnten unterschiedlicher nicht sein: plötzliche Arbeitslosigkeit, schwere Erkrankung, Arbeitsunfähigkeit und so weiter. Oft sind es auch schlechte Startbedingungen ins (Erwachsenen-)Leben, die dazu führen, dass sehr vieles unerreichbar bleibt.
Ich könnte davon tatsächlich ein Lied singen. Ich war schon immer knapp bei Kasse, und vieles ist unerreichbar geblieben. Auch als ich anfing, die Fetisch-Welt zu betreten. Fetisch ist für viele Menschen unfassbar teuer. Viele haben nicht die Möglichkeit, sich zum Beispiel eine Wuffelmaske für 140 $ zu kaufen.

So ging und geht es auch mir. Der Unterschied über lange Zeit war, dass ich Freunde hatte, die es toll fanden, wie ich mich nach und nach entdeckte, und mir sehr viel ermöglichten. Rund 80 % meines Fetischzeugs hätte ich ohne meine Freunde nicht. Dafür bin und werde ich immer sehr dankbar sein. Jedem Einzelnen.
Aber auch das ist nichts, was jeder Mensch hat. Und das brachte mich vor einiger Zeit auf eine Idee, die ich zunächst aufschieben musste und später in unserem Verein zur Sprache brachte:

Ein Benefiz-Fetisch-Flohmarkt.

Die Idee dahinter

Ich habe den Vorschlag aus dem Antrieb heraus gemacht, dass Menschen, die sich eben nicht einfach eine Lederhose oder eine Maske für 200 Euro kaufen können, die Möglichkeit bekommen, dennoch günstig an solche Dinge zu kommen. Die Regeln waren klar:

Jeder Artikel wird zu zwei Preisen angeboten: dem Benefizpreis für Bedürftige und dem „regulären“ Preis für alle anderen

Alle Erlöse gehen an den guten Zweck oder werden für Hilfen innerhalb des Vereins (für Mitglieder) verwendet

In der ersten Zeit dürfen nur Bedürftige Dinge aus dem Benefiz-Bereich kaufen

Umsetzung und Resonanz

Wir begannen, Sachspenden zu sammeln, und fragten sogar einige befreundete Unternehmen nach Spenden an. Und was soll ich sagen: Die Resonanz war überwältigend. Wir konnten so viele Menschen dazu bewegen, ihre Fetischregale einmal auszumisten und uns die Dinge zur Verfügung zu stellen.
Auch einige der Unternehmen ließen uns Dinge zukommen, die absolute Highlights wurden. Ursprünglich waren ein oder zwei Tische geplant. Am Ende füllten wir einen kleinen Raum mit mehreren Kleiderständern und Tischen. Wir hatten so viel Material, dass allein die Vorbereitung und die Preisgestaltung ein kleiner Kraftakt waren.

Der Tag des Flohmarkts

Im Oktober war es dann so weit, und wir konnten den Stand umsetzen. Es war krass, wie viel in diesem Raum los war. Ich kam kaum dazu, durchzuatmen.
Irgendwann mussten wir entscheiden, dass die Zeit, in der nur Bedürftige kaufen durften, einfach zu lang war. Wir kippten die Regel bereits nach zwei Stunden, da der Großteil des Erlöses letztlich auch der Aidshilfe Frankfurt zugutekam.
Rückblickend waren es nicht so viele Bedürftige, wie ich es erhofft hatte, aber mehr, als ich realistisch erwartet hatte. Oft ist die Hemmschwelle einfach zu groß, ein solches Angebot in Anspruch zu nehmen – vor allem, wenn man die eigene Bedürftigkeit nachweisen muss.

Ergebnis und Ausblick

Am überraschendsten war für mich jedoch das Ende. Auch die „regulären“ Preise waren niedriger angesetzt, und es wurde gekauft und gekauft und gekauft. Am Ende stand eine Summe von unglaublichen

608,55 €

die sich im Verhältnis 70/30 aufteilte: für die Aidshilfe Frankfurt und für den Sozialfonds unseres Vereins, aus dem wir Mitgliedern zum Beispiel die Teilnahme an Weihnachtsfeiern oder anderen kostenpflichtigen Vereinsevents ermöglichen.
Für mich – und auch für den Verein – war dieses Projekt ein voller Erfolg. Wir haben beschlossen, es weiterzuführen.

Wer mehr über den Flohmarkt erfahren möchte, findet Informationen auf der Flohmarkt-Seite unseres Vereins:
https://flc-frankfurt.de/events/flohmarkt/#benefiz

Dort stehen auch meine Kontaktinformationen für Nachfragen oder Teilnahme.

Der nächste Flohmarkt ist bereits im März, und ich bin gespannt, wie erfolgreich sich diese Idee langfristig entwickeln wird.

Gerry

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Erklärung: Düsternislevel

Das Düsternislevel gibt an, wie deprimierend der Text sein kann. Dies ist zur schnellen Einschätzung, insbesondere für neurodivergente Personen, ob man genug Freiraum im Kopf hat, um so einen Text zu lesen.
Dabei werden (subjektiv) Dinge wie Auslöser, Thema, Wortnutzung etc. berücksicht.

Je höher das Level, desto düsterer kann ein Text sein. Sollte das Level 80 % überschreiten, gibt es zusätzlich noch eine Inhaltsnotiz.

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