Ira - Zorn
Zorn ist kein lautes Geschrei, sondern ein Stau. Ein Druckbehälter aus Reizüberflutung, Überforderung, enttäuschten Erwartungen und dem Gefühl, nicht gehört zu werden.
Ira beschreibt die Momente, in denen man nicht mehr subtil reagieren konnte, weil etwas zu lange unausgesprochen blieb.
Es ist ein ehrlicher Blick auf Wut als Schutzmechanismus: Wenn Grenzen zu spät erkannt werden, wenn man zu oft nach innen schluckt und der Körper irgendwann übernimmt.
In dieser Kategorie geht es nicht um Rechtfertigung, sondern um Analyse: Wo kam die Wut her? Was lag darunter? Warum war Irritation oft nur die sichtbare Spitze eines viel tieferen Gefühls?
Ira beleuchtet Situationen, in denen Hilflosigkeit, Erschöpfung oder Verletzung sich in Härte verwandelt haben. Zorn war nie der Ursprung, sondern das Endstadium eines Prozesses.
Diese Texte machen sichtbar, wie viele Schichten vorher ignoriert wurden — und wie die Wut eigentlich als Warnsignal funktioniert.
Es geht darum, den Mechanismus zu verstehen: Zorn schützt, weil er Distanz schafft, wenn die Psyche überfordert ist. Aber er verletzt auch, wenn er unkontrolliert austritt.
Ira ist kein moralisches Urteil, sondern ein Raum, in dem du klar und ohne Umschweife beschreibst, wie sich Wut anfühlt, warum sie kommt und was sie verhindert oder möglich macht.
Es ist ein nüchternes Protokoll von Situationen, in denen die Belastung die Kapazitäten überschritten hat.
Ich schaue hin, weil mein Zorn meist still ist, aber zerstörerisch wirkt. Er frisst Energie, ohne dass er sichtbar wird. Ich will lernen, ihn zu entladen, bevor er mich innerlich verätzt.
