Patientia - Geduld
Patientia ist keine Gelassenheit und kein stilles Erdulden. Es ist das bewusste Aushalten von Zeit, Spannung und Ungewissheit, ohne innerlich auszusteigen.
Geduld bedeutet hier nicht, nichts zu tun. Sie bedeutet, nicht vorschnell zu reagieren, nicht aus Überforderung zu zerstören, was eigentlich Zeit braucht. Patientia hält Widersprüche aus, ohne sofort nach Auflösung zu schreien.
Diese Tugend ist unauffällig. Sie macht keinen Lärm, erzeugt keine Euphorie. Sie wirkt im Hintergrund, dort, wo Prozesse langsam sind und Fortschritt nicht sichtbar ist.
Patientia schützt vor Kurzschlussentscheidungen, vor Selbstsabotage aus Frust, vor dem Drang, alles sofort ändern oder beenden zu müssen. Sie ist das Gegengewicht zu innerem Druck und äußerer Beschleunigung.
Geduld sagt nicht: „Es wird schon gut.“
Sie sagt: „Ich bleibe handlungsfähig, auch wenn es gerade nicht gut ist.“
Patientia ist kein Gefühl. Sie ist eine Haltung gegenüber Zeit.
Ich befasse mich damit, weil mir Geduld oft fehlt – mit mir selbst, mit anderen, mit Entwicklungen. Und weil Ungeduld bei mir selten produktiv ist. Patientia zwingt mich, nicht abzubrechen, nur weil es langsam, zäh oder unangenehm wird.
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