Fortitudo - Stärke
Fortitudo ist nicht Mut im heroischen Sinn. Es ist die Fähigkeit, unangenehme Realitäten auszuhalten und trotzdem rational zu handeln. Tapferkeit heißt nicht, keine Angst zu haben. Es heißt, sich von Angst nicht steuern zu lassen.
Diese Tugend beginnt im Inneren: die eigenen Schwächen anerkennen, ohne sich in ihnen festzufressen. Fortitudo akzeptiert, dass Schmerz, Unsicherheit und Risiko Teil jeder Entwicklung sind. Stärke heißt: Ich breche nicht ein, nur weil es brennt.
Tapferkeit ist weder Impulsivität noch Aggression. Sie ist kontrollierte Entschlossenheit. Man trifft eine Entscheidung, trägt die Konsequenzen und weicht nicht beim ersten Widerstand zurück.
Fortitudo wirkt nach außen stabil und nach innen ehrlich. Man kann Angst haben, Zweifel, Scham – aber man bewegt sich weiter.
Der Kern dieser Tugend ist Funktionalität: Stärke dient dem Ziel, nicht dem Ego. Kein Machthunger, kein Übermut. Nur die klare Haltung, dass manche Dinge getan werden müssen, auch wenn sie unbequem sind.
Fortitudo schützt vor Rückzug, Lähmung und Selbstaufgabe. Sie hält das System stabil, wenn Druck entsteht.
Ich arbeite daran, weil meine Stärke oft erst sichtbar wird, wenn alles andere bereits brennt. Ich möchte nicht nur „überleben“, sondern aktiv entscheiden können. Fortitudo hilft mir, alte Muster von Zusammenbruch und Wiederaufstehen zu verstehen.
