Fides - Vertrauen
Fides bedeutet nicht blinden Glauben. Es ist die Tugend, die Verlässlichkeit erzeugt – nach innen wie nach außen. Vertrauen beginnt bei sich selbst: der Fähigkeit, den eigenen Prinzipien zu trauen und sich nicht ständig zu sabotieren.
Fides ist eine Entscheidung, nicht ein Gefühl. Man entscheidet sich, einem Prozess zu trauen, einer Person, einer Linie. Nicht naiv, sondern bewusst. Vertrauen setzt Risiko voraus – aber ein kalkuliertes Risiko.
Die Tugend fordert Klarheit: Wem gebe ich Vertrauen? Warum? Welche Bedingungen gelten? Fides ist kein grenzenloses Öffnen, sondern eine bewusste Bindung.
Im zwischenmenschlichen Kontext schafft Fides Stabilität. Beziehungen funktionieren nur, wenn man sich aufeinander verlassen kann. Misstrauen zerstört langsam und systematisch. Vertrauen baut langsam und systematisch auf.
Fides heißt auch: Man bleibt konsistent. Man steht zu dem, was man zugesagt hat. Man ist greifbar, nicht sprunghaft.
Auf persönlicher Ebene bedeutet Fides, nicht in Zynismus zu verfallen. Es ist die Entscheidung, Möglichkeiten nicht abzuschreiben, nur weil sie scheitern könnten. Fides hält Handlungsspielräume offen.
Ich beschäftige mich damit, weil Vertrauen oft das Erste ist, das bei mir bricht, wenn ich überlastet bin. Und ohne Vertrauen wird alles instabil: Beziehungen, Projekte, ich selbst. Ich will die Grundlage stärken, statt nur die Symptome zu behandeln.
