{"id":358,"date":"2018-07-07T16:42:01","date_gmt":"2018-07-07T14:42:01","guid":{"rendered":"http:\/\/g-wie-gerry.de\/?p=358"},"modified":"2025-12-13T23:57:06","modified_gmt":"2025-12-13T22:57:06","slug":"meine-letzten-sieben-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/g-wie-gerry.de\/en\/meine-letzten-sieben-jahre\/","title":{"rendered":"Meine letzten sieben Jahre"},"content":{"rendered":"<p>Irgendjemand hat einmal gesagt, dass sich alle sieben Jahre der K\u00f6rper (hormonell?) umstellt. Doch wie sieht es mit der emotionalen Ebene aus? Was sind Ausl\u00f6ser f\u00fcr Ver\u00e4nderungen? In diesem Blog m\u00f6chte ich einmal die letzten sieben und besonders das letzte Jahr Revue passieren lassen.<br \/>\nSpulen wir jedoch erstmal zur\u00fcck zum Jahr 2011. Nehmen wir auch am besten den gleichen Monat. Juli. Affenhitze. Nicht gut f\u00fcr Gerrys wie mich. Aber gut.<br \/>\nIch hatte gerade erfolgreich meine Ausbildung zum Gro\u00df- und Au\u00dfenhandelskaufmann mit einer Zwei abgeschlossen. Stolz wie Oskar, ging ich kurzzeitig durchs Leben und trat meine aktuelle Stelle als Customer Service Represantive an.<br \/>\nAnfangs wirkte es ziemlich harmonisch und famili\u00e4r, allerdings hatte ich schon beim Vorstellungsgespr\u00e4ch ein etwas seltsames Gef\u00fchl in der Magengegend. Da ich aber aus meiner Ausbildungsstelle asap raus wollte, nachdem meine erste geschlossen wurde, habe ich diesen Job dennoch angenommen.<br \/>\nIch habe sogar versucht, ein wenig von meinem Stolz und dem kurzzeitigen Selbstbewusstsein mit in die neue, f\u00fcr mich v\u00f6llig unbekannte, Arbeit zu nehmen. Mein Ehrgeiz und meine Lernf\u00e4higkeiten sind bis dahin erhalten geblieben. Sehr lange sogar. Allerdings hatte es sich mit dem Selbstbewusstsein schnell erledigt.<br \/>\nPrivat lief mit meinem damaligen Partner nicht alles gut und die Arbeit (Die alte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung) tat ihr \u00fcbriges.<br \/>\nDas Mobbing, was ich w\u00e4hrend meiner gesamten Schulzeit erlebt habe und in meiner Ausbildung halbwegs absch\u00fctteln konnte, kam wieder. Diesmal jedoch nicht von Kollegen (in der Schulzeit nat\u00fcrlich Sch\u00fcler), sondern von der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung selbst.<br \/>\nIch werde nicht genauer auf das Thema eingehen und Details nennen. Doch so viel: Sie hatten das Talent, Mitarbeiter mit L\u00fcgen zu f\u00fcttern und gegeneinander aufzustacheln.<br \/>\nIhr fragt euch sicher, warum zur H\u00f6lle ich da noch arbeite!? Immer mit der Ruhe. Dazu komme ich sp\u00e4ter.<br \/>\nEs begann bereits nach einem halben Jahr in der Firma eine schwere Zeit gef\u00fcllt mit Schlaftabletten und Psychopharmaka. YEAH. Und weiteren L\u00fcgen, wie sich sp\u00e4ter herausstellte. Ich schrieb eine Mail an die Mutterfirma.<br \/>\nNach einer l\u00e4ngeren Auszeit, kehrte ich in das B\u00fcro zur\u00fcck und bekam die Quittung. Von allen Seiten. Deren Sorgfalt im Aufhetzen h\u00e4tte ich gerne an anderen Stellen gesehen. Trotz pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen mit dem Chef wurden Tatsachen falsch wiedergegeben. Auch \u00fcber die Mail, die scheinbar als eher banal empfunden wurde.<br \/>\nEs ging noch ein halbes Jahr so weiter, mit einigen nicht so sch\u00f6nen Dingen. Nach und nach kamen jedoch Mitarbeiter (nicht alle) zu mir und suchten das Gespr\u00e4ch (Danke Leute!). Es stellte sich heraus, dass hier mit unsch\u00f6nen Mitteln gearbeitet wurde und immer mehr Kollegen regten sich nur noch auf. Und ich glaube, da haben wir einen Punkt erreicht, wo mein Selbstbewusstsein auf nat\u00fcrliche Weise wuchs. Ich hatte die Schnauze voll. Von dem elenden Gemecker und dem Nichtstun. Also hab ich den Kollegen ein Ultimatum gestellt. Entweder wir tun etwas gemeinsam, oder alle h\u00f6ren sofort auf mit ihrem Gejammere. \u00dcber den Punkt war ich verst\u00e4ndlicherweise hinweg.<br \/>\nUnd WTF&#8230; Keine sechs Stunden sp\u00e4ter, habe ich eine Mail verfasst, sie den Kollegen, die involviert waren, gezeigt, daran rumgefeilt und weggeschickt und auf einmal&#8230; ging alles ganz schnell.<br \/>\nSehr kurze Zeit sp\u00e4ter gab es die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung nicht mehr und mein Stolz in mir wuchs weiter. Ich habe es geschafft eine Ver\u00e4nderung herbeizuf\u00fchren, die uns allen gutgetan hat. Das folgende Jahr wurde anstrengend, da wir als Team zusammenhalten und viele Entscheidungen gemeinsam treffen mussten. Es fehlte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Doch das sollte sich, zu meinem positiven Erstaunen, \u00e4ndern.<br \/>\nEin kurzes Zwischenfazit: Wie man sp\u00e4ter merken wird, habe ich aus dieser Zeit sehr viel f\u00fcr mich mitgenommen.<br \/>\nPrivat fanden einige gravierende Ver\u00e4nderungen statt. Ich beschloss meinen Weg allein weiter zu gehen.<br \/>\nNach wenigen Monaten zog er aus und unser neuer Gesch\u00e4tsf\u00fchrer begann seine Arbeit bei uns und was soll ich sagen? Eine geilere Sau kann\/konnte man als Chef nicht haben. Und das meine ich nicht im Geringsten sexuell. Im Gegenteil. Nat\u00fcrlich war die Schiene neu f\u00fcr ihn und er musste sich auch erst einarbeiten. Aber er war der offenste Mensch, dem ich je in meinem Leben begegnen d\u00fcrfte. Und das ist er heute noch.<br \/>\nDie n\u00e4chsten Jahre verlieren mehr oder minder unspektakul\u00e4r. Da ich sehr lange noch mit mir im Unreinen war, war ich auch oft krank. Ich hab alles mitgenommen, was ich kriegen konnte an Erk\u00e4ltungen, Grippen und noch andere Wehwehchen. Doch auch das half mir zu wachsen.<br \/>\nIch k\u00f6nnte euch jetzt noch weitere Anekdoten erz\u00e4hlen, aber die sind weitestgehend unspektakul\u00e4r. Es soll hier um die Entwicklung meiner Person gehen.<br \/>\nIch bin in den Jahren sehr gewachsen. Doch nicht so stark wie in den letzten 13 Monaten.<br \/>\nNach einer herben Entt\u00e4uschung mit einem Verlag, und dem Bemerken, dass meine Kurzgeschichten zwar emotional, aber nicht gut sind (f\u00fcr meine eigenen Anspr\u00fcche), habe ich beschlossen, mein komplettes Schreiben umzukrempeln. Ich habe mit <a href=\"http:\/\/g-wie-gerry.de\/en\/meine-buecher\/\">Simon<\/a> angefangen. Wie ein Wolf der seine Beute verfolgt ohne Unterbrechung, habe ich an diesem Buch geschrieben. Jede freie Minute, die ich er\u00fcbrigen konnte, habe ich genutzt und in meinen ersten \u201eRoman\u201c gesteckt. Bereits nach elf Tagen hielt ich das fertige Werk in den H\u00e4nden. Zumindest in digitaler Form.<br \/>\nDank meiner wundervollen Lektorin vom <a href=\"http:\/\/www.lektorat-buchstabenpuzzle.de\/\">Buchstabenpuzzle-Lektorat<\/a>, war auch das Thema schnell vom Tisch und es stellte sich eine Grundsatzfrage&#8230;.<br \/>\n\u201eWill ich dieses, doch sehr heikle, Buch unter meinem Namen ver\u00f6ffentlichen?\u201c<br \/>\nInnerlich war meine Antwort ein klipp und klares Ja. Von Au\u00dfen wurde mir jedoch, von diversen Freunden und Bekannten, geraten, dass ich mir ein Pseudonym zulegen sollte.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/g-wie-gerry.de\/en\/mach-was-fuer-dich-richtig-ist-auf-den-hund-gekommen\/\">Eigentlich kennt ihr die Geschichte schon<\/a>. Aber ich schneide sie dennoch einmal kurz an.<br \/>\nIch tat wie geraten und dachte mir (ungew\u00f6hnlich schnell) eine Kunstfigur aus. Ein Mensch mit einer Hundemaske der Gerry Maynor hei\u00dft. Und bis zu diesem Zeitpunkt, hatte ich keine Ahnung, wie sehr das mich und mein Leben Anfang 2018 durcheinanderwirbeln sollte.<br \/>\nSelbst nach dem Durchlesen der Korrekturen war ich unheimlich stolz auf das, was ich da geschaffen habe. Ich habe einen Roman geschrieben, der alles drin hat, was f\u00fcr mich wichtig war:<br \/>\n&#8211; Inhalt, der (schwulen) M\u00e4nnern die Hose dick werden l\u00e4sst<br \/>\n&#8211; Frauen (die so etwas anziehend finden) feucht werden l\u00e4sst<br \/>\n&#8211; Bei Lesern die Gef\u00fchle und sogar die Tr\u00e4nens\u00e4cke reizt<br \/>\n&#8211; Und selbst f\u00fcr mich beim wiederlesen spannend erscheint<br \/>\nIch habe durch dieses Werk und die ersten Reaktionen darauf, unheimlich viel an Wert gewonnen. F\u00fcr mich selbst. Und genau hier kommt der schneidende Punkt:<br \/>\nIch habe mich bis dahin wertlos gef\u00fchlt. Ich habe mich selbst so sehr kritisiert, dass ich alles, was ich zuvor verfasst oder gemacht habe, als schei\u00dfe empfand. Und ich habe etwas Wichtiges gelernt: Mach, worauf du Bock hast und zieh es durch. Und das tat ich. Ich schreib mein zweites Buch, was in meinen Augen nicht an mein Erstlingsroman heranreicht. Dies liegt jedoch noch auf meiner Festplatte&#8230; das liebe Geld. Ihr versteht.<br \/>\nIm November habe ich ein neues Projekt angegriffen, was bis heute, und hoffentlich noch sehr lange, l\u00e4uft. Streaming. Auch das half meinen Selbstbewusstsein sehr. Am anfang war es sehr schwierig f\u00fcr mich, zu jemanden zu sprechen, den ich nicht sehen oder h\u00f6ren kann. Ein Gl\u00fcck existieren davon keine VODs mehr *Schwei\u00df von der Stirn wisch*.<br \/>\nDoch dank meiner inzwischen besseren H\u00e4lfte, die es schon immer war und selbst wenn wir uns trennen immer bleiben wird (Ich liebe Dich Paddy. Als Kumpel, Freund, Partner und Seelengef\u00e4hrte und das wird sich nie \u00e4ndern), wurde ich immer lockerer und ich sammelte meine ersten Follower, die ich alle nicht mehr missen m\u00f6chte.<br \/>\nAuch sie gaben mir das Gef\u00fchl, dass ich ein toller Mensch bin. Und sie geben es mir immer noch. Mit jedem Stream, in welchem auch nur einer von ihnen dabei ist und sich mit mir unterh\u00e4lt, wei\u00df ich, dass ich was Gutes mache.<br \/>\nKommen wir nun endlich zum eigentlichen Punkt dieses Blogs.<br \/>\nEin wenig sp\u00e4ter, wurde mir die Hundemaske zum (positiven) Verh\u00e4ngnis. Wie? <a href=\"http:\/\/g-wie-gerry.de\/en\/mach-was-fuer-dich-richtig-ist-auf-den-hund-gekommen\/\">Das k\u00f6nnt ihr hier nachlesen<\/a> (jaja ich wei\u00df. Der Blog ist zwei mal verlinkt. Aber seht es mal so: Er ist wichtig!).<br \/>\nUnd inzwischen reicht es, wenn ich nur ein Accessoire, Shirt oder bestimmte Schuhe trage, um das Gef\u00fchl von Gerry zu aktivieren. Stolz, Mut, Selbstsicherheit. Gerry zu sein bereichert mein Leben dauerhaft. Und das ist etwas, was nicht erwartet habe.<br \/>\nUnd nun kommen wir zum gesellschaftlichen Fakt, der uns daran hindert wir zu sein. Es gibt Tage, da m\u00f6chte ich partout nicht Gerry sein. Ich will einfach Stefan sein und vor mich dahinvegetieren. Aber dann &#8230; gibt es die gegenteiligen Tage. Ich m\u00f6chte mir einer meiner Masken \u00fcberziehen und einfach den ganzen Tag Gerry sein.<br \/>\nSo m\u00f6chte ich \u00fcberall durch die Stra\u00dfen oder einkaufen gehen. Ich habe das Bed\u00fcrfnis danach. Ein sehr Gro\u00dfes sogar. Doch das geht nicht.<br \/>\nDie Gesellschaft w\u00fcrde mich aussto\u00dfen. Mich entweder nicht mehr beachten oder auf mich los gehen. Was der Mensch nicht kennt, ist unheimlich. Und die die es kennen, sehen es nur als sexuellen Kick. Das ist schei\u00dfe, aber so schnell nicht zu \u00e4ndern.<br \/>\nIch habe meine Entwicklung nun eine Woche lang f\u00fcr mich \u00fcberdacht. Und dabei festgestellt, dass ich wirklich lange gebraucht habe, selbstbewusst zu sein. Auch mal k\u00f6rperlich aktiver zu werden (und nein, ich mache immer noch keinen Sport, h\u00f6h\u00f6).<br \/>\nAktuell kann ich behaupten, auch wenn es kein l\u00e4nger anhaltendes, jedoch immer wiederkehrendes Gef\u00fchl ist, dass ich mein Leben liebe. Und ich wei\u00df, dass ich dank meines Lebensgef\u00e4hrten und meines wundervollen Packs, nicht aufh\u00f6ren werde, mich zu entwickeln.<br \/>\nEs stehen kleine und ein Gro\u00dfer Plan auf meiner Liste, die mein Leben noch einmal kr\u00e4ftig durcheinanderbringen k\u00f6nnten. Sowohl im negativen, als auch im positiven Sinne. Doch inzwischen habe ich genug Mut und Gef\u00e4hrten, die mich auf diesen Wegen begleiten.<br \/>\nIch bin weit \u00fcber mich hinaus gewachsen und diesen Stolz kann mir keiner nehmen. Und ich w\u00fcnschte, dass dieses Gef\u00fchl alle Menschen haben k\u00f6nnen. Aber dazu muss jeder anfangen, an und mit sich selbst zu arbeiten.<br \/>\nInzwischen versuche ich f\u00fcr meine Freunde (besonders Paddy, M und meinem Rudel) immer da zu sein und ihnen zu helfen, das Gef\u00fchl mitzuentwickeln. Besonders beim h\u00fcbschen F versuche ich aktiv Einfluss auf sein Leben zu nehmen, damit er gl\u00fccklich ist. So wie ich auch Einfluss nehme, auf das Leben von Paddy.<br \/>\nIch m\u00f6chte mein Gl\u00fcck mit euch teilen und auch wenn ich \u00fcberwiegend grummelig wirke, bin ich weitestgehend gl\u00fccklich. Und das werde ich mit so vielen von euch in meinen B\u00fcchern, Blogs und Streams teilen.<br \/>\nDu hast was im Kopf? Dann setze es um und achte nicht nur auf Konsequenzen. DU musst gl\u00fccklich sein. DU musst das was du tust m\u00f6gen! Also TU WAS DU WILLST! (Nat\u00fcrlich im Rahmen aller Gesetze \ud83d\ude1b )<br \/>\nIch hoffe ich habe euch nicht zu sehr gelangweilt.<br \/>\nEuer Stefan \u201aGerry\u2018<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendjemand hat einmal gesagt, dass sich alle sieben Jahre der K\u00f6rper (hormonell?) umstellt. 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