{"id":2107,"date":"2017-01-07T17:30:45","date_gmt":"2017-01-07T15:30:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sinnesbolognese.de\/?p=2107"},"modified":"2025-12-13T23:57:06","modified_gmt":"2025-12-13T22:57:06","slug":"lethargie-am-samstag-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/g-wie-gerry.de\/en\/lethargie-am-samstag-leben\/","title":{"rendered":"Lethargie am Samstag: Leben"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tIch glaube, jeder kennt diese Tage. Tage, an denen man sein Leben bedauert. Zumindest Teile davon. Es hasst. \u00dcber Dinge nachdenkt, welche sich im Nachhinein als Fehler herausgestellt haben. Fehler, die viele Jahre eures Lebens blockieren. Manchmal sogar das gesamte Leben.<br \/>\nDiese Gedankeng\u00e4nge wiederum, sorgen daf\u00fcr, dass wir in eine gewisse Starre verfallen. Diese Starre ist mehr geistig als k\u00f6rperlich. Doch wie wir alle wissen, wirkt sich das Geistige auf das K\u00f6rperliche aus. Funktioniert das eine nicht, wird das andere mitgel\u00e4hmt. Und am \u201eEnde\u201c dieser Gedanken, sofern es eines gibt, suchen wir ihn. Den Knopf, der das Leben zur\u00fccksetzt. Mit allem Wissen, welches wir bereits angesammelt haben, noch einmal von vorne anfangen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nIch bin mir durchaus bewusst, dass alleine dar\u00fcber nachzudenken albern und kindisch ist. Aber es l\u00e4sst sich nicht vermeiden. Und wenn jeder ehrlich zu sich selbst ist, haben wir das alle schon einmal getan. Und in den meisten F\u00e4llen sicher auch \u00f6fter.<br \/>\nMan geht schweigend verpasste Chancen durch. Sucht die Schuld f\u00fcr ungenutzte Gelegenheiten.<br \/>\nDabei f\u00e4llt es einem oft nicht leicht, dabei gerecht zu bleiben. Weder gegen\u00fcber sich selbst, noch gegen\u00fcber anderen. Und das ist unter anderem einer der Gr\u00fcnde, dass diese Tage schlimmer, werden als sie sind.<br \/>\nBei mir ist heute so ein Tag. Ein Tag, an dem ich eigentlich einige Dinge erledigen wollte. Sei es Hausarbeit, etwas schreiben, eine Klientin \u201ezufrieden stellen\u201c. Doch ich komme einfach nicht hoch. Ich habe es mit M\u00fche und Not geschafft, die Katzenklos ihrer w\u00f6chentlichen Komplettreinigung zu unterziehen.<br \/>\nSeit sechs Uhr heute Morgen, liege ich auf der Couch, lasse meine Lieblingsserie auf dem Fernseher runterdudeln und bin nachdenklich. Und selbst, wenn ich meine Gedanken mit den Worten Du musst jetzt aufstehen und andere Dinge tun unterbreche,\u00a0 holen mich andere ein.<br \/>\nEs ist so ein Tag, an dem Mann sich unheimlich dumm f\u00fchlt. Obwohl man wei\u00df, dass man es nicht ist. Ich wei\u00df, dass ich eigentlich nur wahnsinnig faul bin. Und ich rede hier nicht, von der Art Faulheit, wie man sie irgendwann im Haushalt entwickelt. Diese habe ich mir von Kind auf flei\u00dfig selbst anerzogen. Ich meine eher die Faulheit im Geiste.<br \/>\nIch f\u00fchle mich an solchen Tagen dumm, weil ich wei\u00df, dass ich in meiner Jugend, welche ja noch nicht so lange her ist, mehr h\u00e4tte erreichen k\u00f6nnen. Einen besseren Abschluss, vielleicht sogar ein Studium. Dies wiederum f\u00fchrt mich zu der Frage, was ich denn studiert h\u00e4tte?<br \/>\nIch hatte mir leider nie die Zeit genommen, mir \u00fcber mein Erwachsensein Gedanken zu machen. In meiner Jugendzeit hatte ich andere Probleme, die jede Zeit f\u00fcr sowas geraubt haben. Zumindest in meinem Kopf. Und nun sitze ich hier, und \u00fcberlege, wie man diese Zeit wieder aufholen kann mit dem Wissen, dass dies nicht m\u00f6glich ist.<br \/>\nWobei&#8230; Theoretisch ist das schon m\u00f6glich, aber als Erwachsener bekommt man diese M\u00f6glichkeiten nicht geschenkt. Nein. Sie kosten unheimlich viel Geld und wer in der Jugend nicht beeindruckend war, kann es sich nur selten leisten, diese M\u00f6glichkeiten auszusch\u00f6pfen. Oder man ist arbeitslos und bekommt diese M\u00f6glichkeiten durch den Staat finanziert. Sofern es f\u00fcr ihn sinnvoll erscheint.<br \/>\nEs w\u00e4r angenehm, wenn dies die einzigen Gedanken w\u00e4ren, die einem an solchen Tagen verfolgen. Nachdem man die verpassten Chancen, wieder und wieder durchgekaut hat, pr\u00fcft man die aktuelle Situation.<br \/>\nMeine ist an sich gar nicht so schlecht. W\u00e4ren einige Fehlentscheidungen nicht gewesen, k\u00f6nnte sie nat\u00fcrlich besser sein. Aber an sich w\u00fcrde ich sagen, es ist okay. Zumindest f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit. Ich versuche mich, wenn auch eher semi-erfolgreich, auch um die Belange meines Partners zu k\u00fcmmern, was er mir zwar nicht leicht macht, aber das ist in Ordnung.<br \/>\nAuch wenn ich sage, sie ist okay, w\u00fcnschte ich mir doch, dass meine Situation besser w\u00e4re. Mehr Vielfalt bietet in dem, was ich tu, oder auch tun kann. Aktuell wei\u00df ich zum Beispiel nicht, wie meine Zukunft aussehen soll. Ich habe zwar eine gro\u00dfe Wunschvorstellung, aber diese ist fast unm\u00f6glich. An den meisten Tagen in meinem Leben, habe ich mich damit abgefunden. Doch an Tagen wie heute &#8230;<br \/>\nDas hingegen f\u00fchrt irgendwann zu den \u00dcberlegungen, wie die Zukunft aussehen k\u00f6nnte. Und ehrlich gesagt sieht meine unheimlich langweilig aus. Und damit meine ich nicht, meine Zukunft bzgl. Partnerschaft oder so. Ich meine eher meine berufliche Zukunft. Oder allgemein meine Zukunft welche meine Pers\u00f6nlichkeit betrifft.<br \/>\nIch habe in den letzten Jahren, insbesondere durch meine Teilselbstst\u00e4ndigkeit, festgestellt, dass ich ein gewisses Talent in der Psychotherapeutik aufweise. Also habe ich mich vor ein paar Jahren dazu entschlossen, den Heilpraktiker der Psychotherapie zu absolvieren. Ich habe ihn auch angefangen, jedoch haben mich Anzeichen sich \u00e4ndernder Lebensumst\u00e4nde dazu gen\u00f6tigt, dies wieder einzustellen. Es w\u00e4re schlichtweg zu teuer gewesen.<br \/>\nUnd genau bei diesem Gedanken, finde ich meine heutige Lethargie. Ich bin f\u00f6rmlich besessen davon, diesen Beruf aus\u00fcben zu wollen. Oder k\u00f6nnte man das eher in die Kategorie Leidenschaft einordnen? Auch wenn ich meist eher misanthropisch veranlagt bin, f\u00fchle ich mich gut, wenn ich Menschen helfen kann.<br \/>\nAber ich schweife ab. Gerade was das Thema angeht, m\u00f6chte ich irgendwie nicht den gleichen Fehler machen wie in meiner Jugend. Ich will nicht wieder einen Traum aufgeben. Auch wenn es noch f\u00fcnf, sechs oder zehn Jahre dauert, diesen zu verwirklichen.<\/p>\n<h3>Das Ende der Lethargie &#8211; Leben<\/h3>\n<p>Am Ende meines Gedankens sitze ich jedes mal gleich traurig da: Ich wei\u00df das es noch einige Jahre dauern wird, bis es m\u00f6glich ist, diesen Lehrgang zu machen, da bis dahin erst einmal das Geld vorhanden sein muss.<br \/>\nAn Tagen wie heute wei\u00df ich, wie meine Zukunft aussehen kann. Nur wei\u00df ich nicht, wie ich die Steine ins Rollen bekomme. Allen voran, wie ich das finanzieren soll. Bis in ein paar Jahren werde ich das nicht schaffen. Vor allem nicht, bei meinem, oft un\u00fcberlegte, Konsumverhalten.<br \/>\nAm Ende eines solchen Tages, werde ich dann traurig und gebe mich geschlagen. Ich gebe mich f\u00fcr die kommende Nacht der totalen Lethargie hin und hoffe, dass ich die Tage darauf nicht erneut hineinrutschen werde.<br \/>\nDie Hoffnung, dass das Gl\u00fcck an die T\u00fcr klopft und mir zeigt Hey! Hier hast Du alles was Du brauchst, um Deine Tr\u00e4ume zu erf\u00fcllen. stirbt ja bekanntlich zu letzt. Auch wenn man pessimistisch sagt, dass das nicht passiert. Es mindert die Traurigkeit zwar nicht, aber es f\u00f6rdert die Akzeptanz.<br \/>\nIch glaube, dass ich mich nach diesem wirklich seltsamen Blog, der sich sicher auch sehr komisch liest, f\u00fcr diese Woche ausklinke.<br \/>\nIch w\u00fcnsche euch allen ein sch\u00f6nes Wochenende.\t\t<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich glaube, jeder kennt diese Tage. Tage, an denen man sein Leben bedauert. Zumindest Teile davon. 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