{"id":2104,"date":"2017-01-04T13:14:39","date_gmt":"2017-01-04T11:14:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sinnesbolognese.de\/?p=2104"},"modified":"2025-12-13T23:57:06","modified_gmt":"2025-12-13T22:57:06","slug":"das-leben-in-der-hand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/g-wie-gerry.de\/en\/das-leben-in-der-hand\/","title":{"rendered":"Das Leben in der Hand"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tIch W\u00fcnsche allen Besuchern meiner Seite ein gesundes, neues Jahr.<br \/>\nGerade am Anfang des Jahres gibt es viele Textbilder, welche auf Facebook verbreitet werden. Eines davon m\u00f6chte ich an dieser Stelle erst einmal zitieren und danach einmal meine Meinung dazu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<blockquote><p>BLABLA Selber was dran \u00e4ndern<br \/>\nBLABLABLA, selbst in der Hand<br \/>\nBLABLA<br \/>\nNEIN. MAN HAT NICHT ALLES SELBST IN<br \/>\nDER HAND. SONST W\u00c4R ES JA EINFACH<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich stimme dem Satz \u00bbDu hast Dein Leben selbst in der Hand\u00ab in einem gewissen Ma\u00dfe zu. Allerdings wird er schon fast verschwenderisch verwendet und kommt meist (Nicht immer) von denen, die immer eine Prise Gl\u00fcck dabei haben und vieles in den Scho\u00df gelegt bekommen.<br \/>\nViele Menschen rei\u00dfen sich den Arsch auf, um gewisse Lebensziele oder Abschnitte zu erreichen. Dabei machen sie alles M\u00f6gliche von Weiterbildungen bis hin zur Auswanderung. Das ist gut. Man tut etwas. Aber dies ist nicht jedermanns Sache. Oder soll es nicht sein.<br \/>\nMeinereiner z.B. hat oft Durststrecken, aus denen er nur schwer wieder rauskommt. Aktuell bin ich zum Beispiel an dem Punkt angekommen, wo ich mir ganz genau bewusst bin, dass ich in manchen Lebensbereichen etwas \u00e4ndern muss. Dringend sogar. Und damit meine ich nicht die Liebe. Ich rede vom Selbstwertgef\u00fchl. Von der Arbeit. Den vielen angefangenen Baustellen vor denen ich stehe, aber nicht bereit bin welche aufzugeben oder zu perfektionieren.<br \/>\nIch bin zus\u00e4tzlich an dem Punkt angekommen, wo ich mir langsam klar werden muss, wohin mich mein Leben f\u00fchren soll. Ich hatte schon viele Pl\u00e4ne:<br \/>\n&#8211; Mein eigenes Ladengesch\u00e4ft<br \/>\n&#8211; Fernstudium zum Psychotherapeuten<br \/>\n&#8211; Schreiberling<br \/>\n&#8211; Eine F\u00fchrungsposition besetzen<br \/>\nUnd einiges mehr. Aber nun kommen wir zu dem, was eben nicht immer nur in unserer Hand liegt: dem Erreichen von Zielen. Ich kenne viele Menschen, die sich mehr als nur den Arsch aufrei\u00dfen und ihr bestes geben um ihre Ziele zu erreichen. Jedoch steht einem dabei oft was im Weg. In der Mehrheit der F\u00e4lle ist es das liebe Geld.<br \/>\nUm eine Vorbereitung auf eine amts\u00e4rztliche Pr\u00fcfung zum Psychotherapeuten durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tige ich zum Beispiel mal eben ca. 2000 Euro. Das ist Geld, was ich nicht einfach aus den \u00c4rmel sch\u00fctteln kann. Im Gegenteil: Ich lebe quasi noch so, wie ich eingezogen bin. Ich gebe nat\u00fcrlich zu, dass ich daran zu teilen auch selbst Schuld bin. Ich gebe zu gerne Geld aus. Aber dennoch ist bei den heutigen Ausgaben (und anderen verpflichtenden Dingen) kaum Spielraum, um ein gewissen Sparpuffer anzubauen. Im Gegenteil. Hier geht was kaputt, da wird das geliebte Haustier krank und so weiter. Dinge, die die vermeintlichen Ersparnisse auffressen.<br \/>\nIch will vieles erreichen und ich wei\u00df, dass ich vieles in meinen eigenen H\u00e4nden halte. Doch vieles wird uns auch sehr schwer gemacht. Im Kapitalismus ist es unm\u00f6glich, dass der Spruch \u201eDein Leben liegt in Deiner Hand\u201c immer umgesetzt werden kann. Daf\u00fcr spielen heute zu viele Faktoren eine Rolle, um sich weiter zu entwickeln.<br \/>\nUnd Kredite kommen nicht f\u00fcr jeden in Frage. Denn das sind langfristige Verpflichtungen bei denen man doch heute noch nicht wei\u00df, ob man ihn in f\u00fcnf Jahren noch bedienen kann. Man lebt mit einem Kredit immer mit der Angst im Nacken, irgendwann in den Ruin zu gehen. Diese Angst l\u00e4sst sich auch nicht einfach ausschalten.<br \/>\nDass das Leben kein Ponyhof ist, ist mir durchaus bewusst. Es soll ja auch nicht zu einfach sein. Aber leider ist es oft so, dass es mehr als schwer ist. Zu Beginn des Lebens werden oft schon die Faktoren festgelegt, wie einfach es ist, bestimmte Ziele zu erreichen.<br \/>\nWer mit einem Silberl\u00f6ffelchen im Mund auf die Welt kommt, hat in der Regel nicht die finanziellen Schwierigkeiten wie einer, der in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen reingeboren wird und aufw\u00e4chst.<br \/>\nDaf\u00fcr haben diese Menschen andere Ziele, die sie vor gro\u00dfen Herausforderungen stellen. Meistens beziehen sie sich auf die soziale Ebene.<br \/>\nOft werden sie mit ihrem Geld aufgewogen, statt mit dem was sie wirklich aus macht. Zum Beispiel ihrem Herzen oder ihre Ausstrahlung. Die Silberl\u00f6ffelmenschen k\u00f6nnen Ziele, welche mit Geld zu erreichen sind, zwar schnell erreichen, werden aber auch h\u00e4ufig nicht lange gl\u00fccklich mit diesem Ergebnis sein.<br \/>\nWer in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen aufw\u00e4chst, hat widerrum das Problem, dass die Welt selbst die Steine in den Weg legt. Ein Studium, eine Ladener\u00f6ffnung, eine Wunschreise. Das alles kostet unheimlich viel Geld. Und wer viel Geld von der Bank m\u00f6chte braucht Sicherheiten, die meist nicht vorhanden sind.<br \/>\nNat\u00fcrlich gibt es noch einige Menschengruppen dazwischen, allerdings w\u00fcrde die Aufz\u00e4hlung und das Auseinanderpfl\u00fccken dieser, den Rahmen dieses Blogs massiv sprengen.<br \/>\nGehen wir einfach mal davon aus, dass sich jeder f\u00fcr seine Ziele den Arsch aufrei\u00dft. Auch dies ist wieder in zwei gruppen zu unterteilen:<br \/>\nZum einen jene, die das \u201aGl\u00fcck\u2018 haben, bei den richtigen Stellen zu landen, die den Aufriss w\u00fcrdigen und dementsprechend honorieren. Dann gibt es die anderen, die alles m\u00f6gliche tun und doch nicht vorankommen. Daraus folgt, dass sie im schlimmsten Fall kr\u00e4nklich werden und deren Kopf rund um die Uhr rotiert. \u00bbWas k\u00f6nnte ich noch machen?\u00ab, \u00bbWas mach ich falsch?\u00ab oder auch \u00bbWas qualifiziert xyz zu dem, f\u00fcr was ich alle Qualifikationen aufweise?\u00ab.<br \/>\nIch kenne gerade zu der zweiten Gruppe sehr viele, deren M\u00fchen scheinbar auf ewig umsonst zu sein scheinen.<br \/>\nGenau genommen m\u00fcsste ich nun die Aussage \u201aDein Leben liegt in Deiner Hand\u2018 komplett verneinen. Es liegt nicht nur in der Hand eines einzelnen. Die Faktoren, welche das Erreichen von (Lebens-)Zielen zu ber\u00fccksichtigen sind, sind einfach zu gro\u00df.<br \/>\nUnd dann gibt es noch einen Faktor. Ein Faktor, dessen viele sich nicht bewusst sind: Perspektive. Viele Menschen haben keine Ahnung, was sie machen wollen. Sie machen etwas, weil sie (vom gesellschaftlichen Standpunkt aus) was machen m\u00fcssen. Sie m\u00fcssen ja von etwas leben. Dabei haben sie keine Zeit, sich bewusst zu werden, wohin sie gehen sollen.<br \/>\nMeineiner zum Beispiel hat drei Jobs. Den sogenannten Brotjob, der einen das Leben finanziert. Den Job an dem irgendwie das Herz h\u00e4ngt, der aber zu hohes Risiko birgt, um in die Vollzeitarbeit zu gehen. Und einen, den man eher als Hobby macht aber schon gerne intensiver nachgehen w\u00fcrde. Dazu fehlt allerding die Zeit.<br \/>\nDie Geldfrage lasse ich dabei einfach mal au\u00dfen vor, was die anderen beiden Jobs angeht.<br \/>\nJeder der anderen sagt, dass er sein Leben selbst in der Hand h\u00e4tte, sollte sich bewusst werden, dass auch immer andere Menschen einen Faktor bilden und eine gewisse Prise Gl\u00fcck ebenfalls notwendig ist. Schaut euch einfach mal um, wie viele Menschen in ihren Jobs ungl\u00fccklich sind und wie viele gerne was anderes machen w\u00fcrden. Ihnen fehlt allerdings die Zeit, Dinge auszuloten oder die M\u00f6glichkeit irgendwo neu Fu\u00df zu fassen.<br \/>\nIch stecke aktuell in einer \u00e4hnlichen Sackgasse und werde mir dieses Jahr eine Auszeit nehmen. Auszeit von Social Media, Internet, der Stadt und so weiter. Ich werde ein paar Tage irgendwo in die Pampa fahren. Warum? Weil ich mir selbst klar werden muss, was ich eigentlich m\u00f6chte. Wohin mein Weg geht. Aber auch, um ein wenig zu schreiben.<br \/>\nF\u00fcr mich. F\u00fcr meine Freunde und Familie. Und f\u00fcr euch. Ich wei\u00df nicht, ob es was bringt. Aber ich werde es auch nie erfahren, wenn ich es nicht versuche.<br \/>\nMit diesem Text und diesen Gedanken, starte ich nun in das Jahr 2017. Ich hoffe, dass ihr mir gewogen bleibt. Nat\u00fcrlich werde ich \u00fcber meine Auszeit schreiben und was daraus geworden ist.<br \/>\nEuer Stefan\t\t<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich W\u00fcnsche allen Besuchern meiner Seite ein gesundes, neues Jahr. 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