Ein leises »Farewell«

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Weißt du noch? Vor über 10 … oder waren es 11? Jahren? Da waren wir bei deiner Familie. Die hatte ein Kind bekommen und du … du warst irgendwie störend. Wir sagten zum Spaß »Dann nehmen wir ihn« und zwei Tage später, standen sie, mit dir in einer Box, vor unserer Tür und du tratst in unser Leben ein.
Du warst verängstigt und hast dich sofort unter der Couch versteckt. Wir haben dich zwei Tage nicht gesehen. Aber um dein Futter herum waren Leckerlies, die du, wenn du sicher warst, dass wir nicht da waren, mit Freuden aufgesogen hast.

Nach etwas Zeit, hoben wir die Couch hoch und ich kroch drunter, um dich hervorzuholen. Ich hatte Angst, dass die Couch auf meinen Rücken fällt. Aber ich wollte, dass du keine Angst mehr hast. Ich holte dich hervor und ich knuddelte dich, bis du geschnurrt hast. Seitdem musstest du dich nicht mehr verstecken.
Immer wolltest du unsere Aufmerksamkeit. Nie hattest du (angeblich) genug zu fressen (Wir ignorieren mal, dass wir auch viel wegschmeißen mussten). Und immer wolltest du schmusen, kuscheln und gestreichelt werden.

Irgendwann hast du nicht mehr gefressen und ich machte mir sorgen. Also sind wir zum Tierarzt. Diagnose: Zahnprobleme. Lösung: Du wurdest schneller zum Opa, als dir lieb wurde, denn dir wurden fast alle Zähne, außer reiß und Vorderzähne, entnommen.
Ich weiß noch, wie unfreiwillig lustig es war, als du auf dein Klo wolltest und daneben gezielt hast, weil die Narkose noch vorhanden war. Also half ich dir. Und schon bald hast du uns wieder die Haare vom Kopf gefressen.

Als wir beide alleine lebten, hast du immer gemerkt, wenn ich traurig war. Du hast dein Köpfchen immer an mich heran gedrückt, als ob du sagen willst, dass du für mich da bist. Klar ist das auch viel Interpretation. Aber es ist eine, der ich mich gerne hingebe.
Oft hast du mir den Schlaf geraubt, weil du Aufmerksamkeit wolltest. Du hast mit deinen Pfötchen immer in meinem Gesicht getapst. Mal nachts um 1. Mal um 4. Wann immer du Lust hattest.

Du warst bei allen Besuchern beliebt. Jeder mochte dich. Und Leckerlies gab es zu hauf. Streicheleinheiten und Schmusereien ebenfalls. Jeder mochte dich. Selbst jene, die allergisch waren. Du hast jeden in deinen Bann gezogen.
Auch meinen jetzigen Verlobten und meinen Zweitmann. Auch sie haben dich geliebt. Jede Sekunde, die du da warst. Egal ob du deine fünf Minuten hattest, ein Miauzkonzert veranstaltet hast … wir haben dich jede Sekunde geliebt.

Aber … wie es bei Katzen nunmal ist, schlug dies in den letzten zwei Wochen massiv um. Du hast immer weniger, bis nahezu nichts mehr gefressen. Du bist uns aus dem Weg gegangen. Und das war okay. Wir haben dir trotzdem so gut wie möglich gezeigt, dass wir dich Lieben. Du bist alt geworden. So alt. Und heute war es so weit.

Heute bist du zu Nyu und Kammi gegangen. Und du hast so gekämpft, trotz der Spritze. Du wolltest nicht gehen, sondern bei uns bleiben. Das haben wir gemerkt. Das hat der Tierarzt gemerkt. Und wir waren die ganze Zeit bei dir. Haben dich angeschaut, dich ununterbrochen gestreichelt, uns in dein Sichtfeld gestellt und dir gesagt, wie sehr wir dich noch hier hätten.
Am Ende bist du friedlich eingeschlafen und ich gab dir noch einen Kuss. Einen Kuss auf dein Köpfchen mit den Worten:

»Du wirst mir sehr fehlen.«

Ruhe in Frieden Felix. *2001 – † 18.03.2022

1 Leuchten zu „Ein leises »Farewell«“

  1. Hi liebster Gerry

    Eine sehr mitreisende Geschichte deines/eures Lebens. Erneut spreche ich mein Beleid aus und wünsche euch Kraft für die Zukunft.

    Suri dogger4Comfy

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